top of page

Diese Texte sind für Frauen,

die sich in Beziehungen verlieren,

obwohl sie ihr Leben sonst im Griff haben.

 

Viele wissen nicht, was sie haben.

Weder einen Namen für ihr Erleben,

noch eine Erklärung, die sich stimmig anfühlt.

 

Vielleicht geht es hier nicht um Lösungen.

Sondern um ein erstes Verstehen.

 „Vielleicht war es nie die Liebe“

 

 

Die Ruhe, die von außen kam

 

Du hast es nie so benannt,

aber du hast es gespürt.

 

Dass da etwas ruhiger wird,

wenn jemand da ist.

 

Nicht die Welt.

Nicht das Leben.

Nur du.

 

Dein Kopf hört auf, in alle Richtungen zu laufen.

Dein Körper wird schwer oder leicht – aber endlich eindeutig.

Du weißt, wo du bist.

 

Und dann geht diese Person –

oder zieht sich zurück –

oder wird unklar.

 

Und alles kippt.

 

Du hast dir erklärt, dass du eben empfindlich bist.

Oder bindungsängstlich.

Oder bindungssüchtig.

Irgendetwas mit Beziehung jedenfalls.

 

Du hast nie gedacht,

dass es vielleicht nicht um Beziehung geht.

 

 

Du hast immer funktioniert

 

Du warst nie die, um die man sich Sorgen machen musste.

 

Du hast deinen Alltag im Griff gehabt.

Deinen Job.

Deine Verantwortung.

 

Vielleicht warst du sogar die,

die andere um Rat gefragt haben.

 

Und trotzdem gab es diesen einen Bereich,

in dem nichts stabil blieb.

 

Nicht, weil du nichts gelernt hättest.

Sondern weil dein System dort auf etwas reagiert hat,

das du nirgends sonst bekommen hast.

 

Du hast dich dafür geschämt.

Still.

Unauffällig.

 

 

  Was niemand Körper nennt

 

Niemand hat je gefragt,

wie sich dein Körper anfühlt,

wenn du allein bist.

 

Niemand hat je erklärt,

warum du schneller müde bist.

Warum Stress länger bleibt.

Warum Hormone dich stärker treffen.

Warum dein Körper so viel mitträgt.

 

Man hat alles einzeln betrachtet.

 

Du auch.

 

 

 

 Warum Nähe so stark wirkt

 

Es ist nicht die Romantik.

Nicht die Hoffnung.

Nicht das Ideal.

 

Es ist das, was Nähe macht.

 

Sie bündelt dich.

Sie reguliert dich.

Sie hält dich für einen Moment.

 

Und wenn sie weg ist,

fällt alles auseinander,

was sie zusammengehalten hat.

 

Du hast gedacht,

du müsstest lernen, das nicht mehr zu brauchen.

 

Vielleicht wäre es hilfreicher gewesen zu verstehen,

warum du es brauchst.

 

 

 Die falsche Frage

 

Du hast dir jahrelang dieselbe Frage gestellt:

 

„Warum passiert mir das immer wieder?“

 

Vielleicht ist das die falsche Frage.

 

Vielleicht wäre die richtige:

 

„Was versucht mein System hier eigentlich zu lösen?“

 

 Nicht zu viel. Anders.

 

Vielleicht bist du nicht zu viel.

Vielleicht bist du nicht abhängig.

Vielleicht bist du nicht unreif.

 

Vielleicht hast du ein Nervensystem,

das nie gelernt hat,

sich selbst zuverlässig zu halten.

 

Und vielleicht war Liebe einfach der Ort,

an dem es das zum ersten Mal durfte.

 

 

 Was sich ändern kann

 

Veränderung beginnt nicht dort,

wo du dir Nähe verbietest.

 

Sondern dort,

wo du lernst,

dir selbst Stabilität zu geben.

 

Nicht über Kontrolle.

Nicht über Disziplin.

 

Sondern über Verstehen.

 

 

 Wenn du dich hier wiedererkennst

 

Dann bist du nicht zufällig hier.

 

Und du musst nichts beweisen.

Nichts erklären.

Nichts rechtfertigen.

 

Vielleicht brauchst du keinen weiteren Beziehungsrat.

Vielleicht brauchst du jemanden,

der versteht,

wie dein System funktioniert.

Gedankensprungcoach Tatjana Ricciardi

bottom of page